Spielen – Förderung kann so einfach sein

„Habt ihr heute wieder einmal nur gespielt?“. Diesen Satz höre ich oft, wenn Eltern ihre Kinder aus der Kita abholen. Früher hatte ich das Gefühl, ich müsste mich dafür rechtfertigen, den Eltern erzählen, was wir sonst noch alles gemacht und ihre Kinder geleistet haben. Heute überhöre ich den Unterton und bejahe ihre Frage mit grosser Freude.

Nur spielen – ein Förder-Gesamtpaket

Ein Kind fördert verschiedene Bereiche seiner Entwicklung während dem Spielen.

Ja, unsere Kinder spielen. Den ganzen Tag. Und wir sind glücklich darüber. Denn nirgends anders lernt ein Kind soviel wie im Spiel. Spielend lernen die Kinder ihren Körper kennen, fördern ihre Grob- und Feinmotorik, ihre Augen-Hand- Koordination und schulen ihre Sinne. Spielen ist quasi ein Gesamtpaket der kindlichen Förderung. Sie lernen mit Erfolgen und Misserfolgen umzugehen, stärken ihr Selbstwertgefühl und üben sich im Umgang mit anderen. All das ergibt sich durch reines Spielen. Das ist doch eine beachtliche Leistung, oder?

Freies Spiel im Alltag

Kinder brauchen keine speziellen Lernspiele. Das einzige was sie wirklich brauchen, ist eine Umgebung, in der sie aktiv und kreativ werden können. 

Vor ein paar Tagen ließ ich den Küchenschrank ein wenig zu lange offen und Rabauke hat sich mein Muffinblech geschnappt. Danach holte er sich verschieden farbige Murmeln und ist seitdem damit beschäftigt, sie von einer Mulde in die andere zu befördern. Manchmal nimmt er seinen Bagger zu Hilfe, manchmal auch einen Legostein. Muffins wird es wohl in nächster Zeit keine mehr geben 🙂

In der Kita haben ein paar Kinder angefangen, die Decken als Umhänge zu benutzen und sich in Prinzessinnen und Superhelden verwandelt. Wir haben daraufhin gemeinsam eine Kiste mit „Verkleiderlisachen“ zusammengestellt und einen grossen Spiegel aufgehängt. Seitdem habe ich keine Arbeit mehr. 🙂 🙂

Doch was lernen die Kinder jetzt genau?

Rabauke zum Beispiel fördert, durch das herauspicken der Murmeln, seine Feinmotorik, den sogenannten Pinzettengriff. Außerdem fängt er an zwischen den verschiedenen Farben zu unterscheiden, indem er sie sortiert. Durch das Benennen der Farben oder das Zählen der Murmeln haben wir auch gleich die sprachliche Entwicklung mit einbezogen. HA! So einfach geht das mit dem spielerischen Gesamtpaket.

Kinder lernen am besten im freien Spiel.

Meine Kita-Kids lernen das Zusammenspiel, fördern ihr Sozialverhalten. Sie denken sich Rollenspiele aus, regen ihre Kreativität an und treten miteinander in den Dialog. 

Eure Kinder brauchen keine speziellen Fördersachen. Sie brauchen Raum und Zeit, um sich voll und ganz in ihr Spiel vertiefen zu können. Vielleicht sollten wir einfach öfters mitspielen? Bestenfalls lernen auch wir noch etwas dabei. Oder ihr lest einfach hier weiter. Zum Beispiel warum der Verzicht auf Regeln ganz gut funktioniert (hier entlang bitte).

Wie steht ihr zum Thema Spielen? Ich freue mich auf eure Kommentare.

Eure

Corina

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Corina

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