Selbstzweifel – Warum mache ich das hier bloss?

Hallo und herzlich Willkommen zur ersten Folge „Selbstzweifel am Montag“. Hol dir eine Tüte Popcorn und mach es dir bequem.

Selbstzweifel – plötzlich sind sie da

Eigentlich ist heute ein guter Tag. Ich hatte die Zeit morgens gemütlich meinen Kaffee zu trinken, einige Erledigungen zu machen und jetzt meine Mails zu checken.

Plötzlich sind die Selbstzweifel so gross, dass du dir wünschst jemand anders zu sein.

„…herzlichen Dank für Ihr Interesse, nur leider passt Ihr Profil nicht zu unseren Anforderungen.“ Ein Standartsatz, der wahrscheinlich jeden Tag von zig-tausend Menschen geschrieben und gelesen wird. Nichts weltbewegendes denkst du dir jetzt vielleicht? Für mich schon. Für mich ist es gerade etwas sehr welteinstürzendes. Nicht, dass ich bei diesem Projekt unbedingt mitmachen wollte, im Gegenteil. Aber dieser Satz stellt eben mein gesamtes Schaffen, nein schlimmer noch, mein ganzes Sein in Frage.

Herzlich willkommen, Selbstzweifel. Kennst du das? Im einen Moment ist noch alles in Ordnung. Du fühlst dich gut, schön, stark, talentiert und im nächsten stehst du vor einem Scherbenhaufen? Ohne wirklich ersichtlichen Grund? Naja, ausser halt so Sätze wie der oben geschriebene.

Hallo Miststimme, lange nicht mehr gehört

Da sitze ich nun. Den Tränen nahe. Alte Glaubenssätze geistern durch meinen Kopf. Ich bin nicht gut (genug). Ich kann halt nichts. Eigentlich dachte ich, ich hätte das überwunden. In letzter Zeit habe ich doch so an meiner inneren Haltung und diesem ganzen Zeug gearbeitet um den Mist von früher loszulassen. Und jetzt? Alles wieder da. „Tja, du hast halt nicht hart genug gearbeitet, kennen wir ja von dir“, flüstert mir diese kleine Miststimme ins Ohr.

Meine Selbstzweifel und ich. Möchte wirklich jemand lesen, was ich schreibe?
Soll ich mein Schreiben lieber auf Unterschriften beschränken?

„Gib endlich auf. Lösch diesen dämlichen Blog. Den liest eh niemand. Als ob es jemanden interessiert, was du denkst, geschweige denn wie du den Alltag mit deinem Kind gestaltest. Oder noch schlimmer; stell dir vor, es liest hier tatsächlich jemand deine Texte. So ein Schwachsinn. Dein Kind wird in der Schule ausgelacht werden wegen deinem Blödsinn“ Die Miststimme lacht höhnisch auf.

Wahrscheinlich hat sie recht. Ich sollte mit dem Schreiben aufhören. Das bringt doch alles nichts. Niemand will lesen, was ich hier tippe. Oder schlimmer noch, was, wenn es tatsächlich jemand liest?

Mobbing prägt – (fast) immer!

Meine Jugend war geprägt von Selbstzweifeln. Ich war zu gross, zu laut, zu schwer, so wurde es mir zumindest von verschiedensten Seiten gesagt. Irgendwann glaubte ich das natürlich. An dieser Stelle sei erwähnt: Mobbing ist scheisse!

Also wuchs ein unsicherer, junger Mensch heran, der nicht so recht wusste, wohin mit sich selber. Eine Zeit lang habe ich mich am liebsten hinter und quasi in den Büchern versteckt. Ich habe mir ausgemalt, wie es wäre, eine Romanheldin zu sein und irgendwann selber angefangen, Geschichten zu schreiben. Diese durften natürlich von niemandem gelesen werden. Ich wäre ansonsten gestorben vor Scham. Das war meine kleine Flucht vor den Zweifeln an meinem Sein.

Irgendwann versuchte ich meine Selbstzweifel durch Bestätigung von aussen zu vernichten. Oder zumindest zu verringern. Ich dachte mir, das funktioniere am Besten auf Partys. Long story short: hat es nicht!

Tschüss Selbstzweifel – ich brauch euch nicht mehr

Mit Ende 20 lernte ich den tollsten Menschen dieser Welt kennen. Meinen Sohn. Für ihn wollte ich endlich meine Vergangenheit aufräumen und ihm eine bessere Zukunft in Aussicht stellen. Eine Mama ohne Selbstzweifel. Eine reflektierte Mama voller Liebe und Vertrauen. Dass das nicht von heute auf morgen funktioniert, war mir schon klar. Irgendwie. Und doch bin ich immer wieder erstaunt, wie laut diese Miststimme nach wie vor werden kann. Wie tief die Selbstzweifel noch sitzen. Und das wahrscheinlich noch ein Weilchen tun werden.

Mein grösstes Glück auf dieser Welt; mein Sohn.
Mein kleines grosses Glück.

Mit der Geburt meines Sohnes habe ich dann auch wieder angefangen zu schreiben. Diesmal keine Heldengeschichten mehr, sondern ganz einfach aus unserem Leben. Aus unserem Alltag als Familie mit zwei unterschiedlichen Kulturen. Wie es ist, mit Baby am Existenzminimum zu leben und darüber, wie sich meine „Erziehungs“-Idee praktisch umsetzen lässt.

Es dauerte aber noch einmal ganze zwei Jahre bis ich den Mut aufbrachte, meinen ersten Beitrag zu veröffentlichen. Ja, die Miststimme sitzt tief.

Und genau deshalb werde ich diesen Blog auch weiter betreiben. Mit jeder Veröffentlichung meine Komfortzone verlassen und meine Selbstzweifel ein wenig schmälern. Einfach für mich. Und vielleicht auch ein wenig für dich?

An der Vergangenheit arbeiten – für die Zukunft

Ich bin nicht perfekt, und das werde ich auch nie sein. Aber ich bin auf einem guten Weg. Ich bin dran, Frieden mit meiner Vergangenheit zu schliessen, mein inneres Kind heil werden zu lassen.

Ich lebe mit meinem Kind in Liebe und Vertrauen und vielleicht kann ich nur jemandem auf dieser Welt Mut machen, es uns gleichzutun. Dann hätte sich die ganze Arbeit bereits gelohnt.

Falls du bis hier hin gelesen hast, vielen Dank. Und falls du meine Beiträge und Themen magst, freue ich mich natürlich von dir zu hören. Sei dies in einem Kommentar oder als Newsletter-Abonnent. Falls dir mein Schreiben nicht gefällt, ist das auch absolut in Ordnung.

Und falls du Anregungen, Themen, Ideen für weitere Beiträge rund ums Thema „bedürfnisorientiert“ hast oder du die Reihe von „Selbstzweifel am Montag“ gerne fortführen möchtest :), dann melde dich bitte unbedingt bei mir. Entweder hier unter dem Beitrag oder als Mail auf corina@mama-kann-das.com

Deine

Corina

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