Baby – irgendwann wird es einfacher. Oder?

In den letzten Wochen wurde ich wegen Personalmangels auf die Baby-Gruppe versetzt. Normalerweise besteht meine Kita-Gruppe aus einer Reihe 3-5-jähriger, meist ziemlich dickköpfiger, Vor-Kindergärtner. Den Grossteil des Tages verbringe ich mit Diskussionen darüber, wer wessen Freund ist und wer warum nicht mehr.

Nun hatte ich also das Vergnügen, diese Gespräche gegen Flaschen, Gemüsebrei und volle Windeln zu tauschen. Meine Freude war (schier) grenzenlos.

Genau, du hast es bestimmt schon gemerkt. Die Freude war durch und durch sarkastischer Natur. Die Babygruppe ist die letzte Gruppe, die ich freiwillig wählen würde. Aber gut, ich bin ja Teamplayer und absolut flexibel. Und vielleicht kann ich dem Ganzen ja sogar etwas Gutes abgewinnen?

Das eigene Baby – voller Schönheit

Vor vier Jahren durfte ich das schönste Baby kennen lernen, dass die Welt je gesehen hat. Nämlich meins. Es war unglaublich süss, lieb und wohlriechend (haha, ja die Geburt blende ich mal geschickt aus und dass er die ersten 2 Jahre kaum geschlafen hat, ebenso). Nachdem wir unsere Start-Schwierigkeiten überwunden hatten (mehr dazu liest du hier), gefiel mir das Baby. Ich wusste nur leider nie so Recht, was ich mit ihm anfangen sollte. Spielen mit Baby? Unterhalten mit Baby? Das fand ich alles irgendwie semi-spannend und war ziemlich froh, dass das kleine Bündel mit jedem Tag grösser und (für mich) interessanter wurde.

Jetzt durfte ich also zurückkehren. Nachdem ich die private Baby-Zeit erfolgreich hinter mich gebracht habe, hatte ich nun das berufliche Vergnügen.

Mit Baby ist’s anstrengender, oder?

Ganz so schlimm, wie ich es mir ausgemalt habe, wurde es dann aber doch nicht. Ehrlich gesagt, war es sogar ganz schön, wieder einmal Fläschchen zu geben und Kinderwagen zu schieben. Meine grossen „Sturköpfe“ würde ich aber trotzdem nicht tauschen wollen.

Babys sind süss und toll und wir brauchen sie, um später grossartige Menschen zu haben. Aber aus ein paar Gründen bin ich ziemlich froh, haben wir das mit dem Baby hinter uns, zumindest zu Hause.

Da wäre nämlich folgendes:

  • 1. Ausflüge

Ausflug mit Baby:

was mit muss: abgekochtes, heisses Wasser / kaltes Wasser / Schoppenpulver / Brei / Maispops / Latz / Löffel / Wechselkleider / Tragetuch / Kinderwagen

wann können wir los: zwischen dem VM- & dem NM-Schläfchen, nach der ersten, vor der dritten Mahlzeit

Ausflug mit 4-jährigem: Snickers & los! Bis zur ersten Kreuzung, dann geht das Gejammer los => ich hab Hunger / Durst / bin müde / usw. / nach der 2. Kreuzung gehen wir wieder nach Hause.

(Hmmm… vielleicht wars mit Baby doch nicht so schlecht…)

  • 2. Selbständigkeit
Das Baby anzuziehen ist vielleicht manchmal doch einfacher, als ein Kleinkind.

Baby: so, jetzt ziehen wir Socken, Body, Höschen,… an. Dann noch ein Mützchen, ach komm, lass die Mütze bitte drauf,…

4-jähriger: Kind wir müssen los, zieh dich an. Turnschuhe, nicht Gummistiefel. Turnschuhe, TUUUUUURNSCHUHE!! Ach, mach doch, was du willst.

(Okay, ich bin mir jetzt gerade nicht mehr so sicher, was genau besser ist.)

  • 3. Konversationen

Baby: „wubuwabagagaguguuuuuuu“ „Genau mein Schatz, Mama macht dir jetzt eine Flasche.“

4-jähriger: „Maaaaaaami, mein Käse hat ein Loch.“ „Ja, Schatz, das ist so.“ „Ich mag den Käse nicht. Warum hast du diesen Käse gekauft?“ (bitte den letzten Satz mit Geschrei & Geheul lesen).

(Hmmm… und schon wieder bin ich mir nicht sicher, was besser ist.)

  • 4. Intellekt

Baby: „babawugukakabubuuuuu“

4-jähriger: „Wie alt sind Dinosaurier? Woher kommt die Pizza? Warum ist Milch weiss? Was passiert im Weltall?“ (und das gefühlt 24/7)

(Ohhhh…. Eeeeehm…)

  • 5. Humor

Baby: „Wo ist das Baby? Hier ist das Baby!“

4-jähriger: „Mami, Mami, was ist braun und schwimmt im Wasser? Mein Gagi! Hahahahahahahahahahahahaha“

Kinderwitze - selten verstehe ich sie.

(Ja, hahahahaha, ich schmeiß mich weg. Nicht.)

Jedes Alter hat seine Freuden. Und Tücken

Naja, wenn ich mir die Liste so anschaue, ist das Leben mit Baby doch ganz angenehm. 🙂

Und die Woche war am Ende ja auch ganz schön. Ab und zu so ein Ausflug in die Babywelt lässt sich durchaus einrichten. Wenn auch nur beruflich. Privat sind wir mit unserem mittlerweile schon recht grossen „Baby“ mehr als glücklich.

Ich bin froh, nicht mehr an all die Dinge zu denken, keinen Wickelrucksack mehr mit mir rumschleppen zu müssen, das Haus verlassen zu können, ohne Rücksicht auf irgendwelche Tagesschläfchen. Einfach wieder ein bisschen mehr Freiheiten zu haben.

Wie sieht es bei dir aus? Welches ist dein liebstes Kinderalter? Ich freu mich auf deinen Kommentar.

Deine

Corina

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Corina

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