spielzeugfrei – das Spiel beginnt

In der letzten Woche ging es ums Einstiegsritual zum Projekt „spielzeugfrei“ (falls du es verpasst hast, kannst du es hier nachlesen). Wer unser Projekt verfolgt, weiss, dass das eigentliche Spiel erst jetzt beginnt.

Doch nun wollen wir anfangen. Die Spielsachen sind alle weg. Was uns geblieben ist, ist viel Platz und Wertlosmaterial. Wir haben eine Kiste mit Milch- und eine mit PET-Flaschen, eine mit Joghurtbechern und eine grosse Schachtel gefüllt mit vielen kleinen. Das ist alles. Und es ist eine Freude. Die Kinder spielen wirklich. Mit Ausdauer, Konzentration und viel Spass.
Was neu ist, ist, dass sie nun auch die Möbel in ihr Spiel integrieren. Stühle werden aufeinandergestapelt, Flaschen dazwischen gestellt und die Tische umgedreht. Die meisten blühen in ihren Rollenspielen so richtig auf und überraschen mich mit immer neuen Ideen.


Das Kind, das ins Spiel fand


Meine liebe E. Meine Grösste auf der Gruppe. Überreif für den Kindergarten, findet sie „spielen“ grundsätzlich langweilig. Am liebsten malt sie, schaut sich Bücher an oder hält ein Schwätzchen mit den Erziehern. 
Ich war mehr als gespannt, wie sie auf das Projekt reagiert. Ich habe fast schon erwartet, dass sie Mühe haben wird, sich ins Spiel und die Gruppe einzufinden. Doch das Gegenteil ist passiert. Sie ist in diesen ersten Tagen aufgeblüht, hat angefangen mit den verschiedensten Sachen zu spielen, sich mit Gleichaltrigen zusammengesetzt und Geschichten ausgedacht. Kein einziges Mal wurde ich von ihr gefragt, wann denn die richtigen Spielsachen zurückkommen. 
Ich freue mich sehr für sie und hoffe, dass sie auch weiter im Spiel und Flow sein darf.

Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt.

Vom Jungen, der Ferien doof findet


Die andere Überraschung war L. Ein aufgeweckter, kreativer Junge, der ein grosses Interesse an Rollenspielen hat, wollte sich einfach nicht damit abfinden, dass die Spielsachen jetzt wirklich weg waren.
Ferien seien doof und wenn sie schon gehen wollen, sollen sie doch warten, bis er im Kindergarten sei. 
Er ist einer derjenigen, die im Moment ihr Spiel ins „Gumpizimmer“, das „von Natur aus“ spielzeugfrei ist, verlegt haben und den Müll lieber mit Abstand betrachten.

Wir werden das Projekt noch eine Weile beibehalten und sind gespannt, wie es weitergeht. Möchtest du gerne mehr über die Idee hinter dem Projekt erfahren? Hier findest du alle Infos. Wie denkst du darüber? Ich freue mich auf deine Inputs.

Eure

Corina

Corina

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